Selbstbildkorrektur

Jahrelang trug ich es mit mir herum, dieses Selbstbild der Perfektionistin, die zuviel von allem macht und sich dadurch negativem Stress aussetzt.
Sorgend, dass es mich irgendwann den Kopf, zumindest aber die Gesundheit kosten würde.

Längere Zeit, ich weiß nicht wie lange, war es still um diese Gedanken.

In einem Gespräch am Freitag fiel dieses Wort „Perfektionismus“ in einem ganz anderen Kontext.

Mein Kopf nahm es anscheinend auf und kaute es durch am Wochenende…
… um mir heute morgen zu sagen…

Du bist gar nicht perfektionistisch.
Nicht mehr.
Du kannst fünfe gerade sein lassen.
Du musst dich nicht sofort auf jede sms, mail, auf jeden Anruf melden.
Du kannst dein Kind bitten, dich mal eine halbe Stunde in Ruhe zu lassen.
Du musst dich und dein Kind nicht wegen der ganzen eigentlich täglich fälligen Übereien unter Druck setzen – mit Geduld und Spucke gebt ihr euer Bestes und das ist genug.
Du hast nicht den perfekt gesäuberten Haushalt und es stört dich meistens nicht.
Du bemühst dich, guten Unterricht zu machen und eine gute Klassenlehrerin und Kollegin zu sein, ja. Du weißt aber auch, wo deine Grenzen sind und sagst nein oder „das reicht jetzt so“.

Diese Ansprache an mein Selbst hinterließ ein Lächeln, ein sonnenbreites Lächeln.

Es gilt vielleicht zu ergründen, wie dieser Wandel gekommen ist, vorerst aber genieße ich den Zustand.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.