Twitter ist schuld

Ganz aus dem Nichts kam diese Idee mit dem Blog nicht.
Seit 2015 bin ich auf Twitter unterwegs, habe dort Kontakt zu Menschen aus ganz Deutschland und über seine Grenzen hinaus gefunden. Viele von ihnen mag ich und frage mich, ob alles gut ist, wenn ich ein paar Tage nichts lese von ihnen. Mit einigen hatte ich sehr persönliche Kontakte per Direktnachricht. Ganz wenige habe ich sogar getroffen und das als bereichernde Horizonterweiterung empfunden. Weitere Begegnungen sind nicht ausgeschlossen und machen wenn auch noch ungeplant jetzt schon neugierig.

Bei alledem tauchte immer wieder die Feststellung auf, dass bei manchen Themen die 140 Zeichen nicht reichen und auch ein Spontangeschwafel per Direktnachricht nicht.
Ich stellte fest, dass ich zu manchen Themen etwa zu sagen habe, eine Meinung vertreten möchte, aus meinen Erfahrungen berichten könnte.
Als Mutter eines Sohnes und Grundschullehrerin habe ich Erfahrungen sammeln dürfen, sehr viele Erfahrungen. Gute und nicht so gute, aber aus allen lernte ich.
Mit über vierzig wächst da tatsächlich ein ganz klein wenig der Gedanke, dass meine Reflexionen vielleicht doch gelesen werden könnten.
Eltern sind so viele und Elternsein ist nicht immer rosig.
Lehrerinnen sind nicht ganz so viele, aber wiederum mehr haben eine Meinung dazu. Was uns im Alltag umtreibt und beschäftigt, was wirklich stresst ist immer individuell, dringt aber oft nicht nach außen.

Das Bedürfnis zu teilen wurde in den letzten Monaten größer in mir und ich bin gespannt, ob es mich zum Schreiben bringt oder ob es nur ein gedankliches Strohfeuer ist und als Erfahrung verbucht wird.

anfangen

Anfangen.
Vielleicht sollte ich einfach anfangen.
Dieser Gedanke schoss mir kürzlich in den Kopf und ließ mich nicht los.

Ich – einen Blog?
Ich – die nur manchmal Blogs anderer liest, sich oft nicht die Zeit dafür nehmen mag oder kann?
Ich – die schon immer gut und gerne schwafelte – das will doch niemand lesen.
Ich – die ihre Meinung sehr schnell ändern kann, wenn bisher unbedachte Argumente eingebracht werden.

Viele Fragen, viel Unsicherheiten, viele Unwägbarkeiten.
Und doch dieses innere Drängen nach dem Schreiben.
Andererseits: Geschrieben habe ich immer schon gern.

Schließlich der Entschluss – ich bin halt doch immer noch ich und zögere – es doch erst einmal nur als Textdokument zu tippen, mehrere Texte zu sammeln, bevor man sich später ganz vielleicht entscheidet, einen Blog anzulegen.

Das war vor einer Woche.
Jetzt sitze ich hier und bin ein ganz kleines bisschen sehr aufgeregt.