Gefühlskater

 

 

Dieser Begriff schlich mir in die Gedanken, schwer und tropfend schlich er sich ein.

Die Zeit zuvor hatte ich auf einer Gefühlswelle zugebracht. Diese Welle nahm mich mit, Zeit zum Durchatmen blieb keine.

Da gab es Anlässe zum Feiern, die Fragen und aufwühlende Gedanken mit sich führten.
Wie lange werden wir noch mit dieser Person feiern können?
Wie wird die nächste Feier mit dieser Person sich gestalten?
Wo wird der Weg diesen jungen Menschen hinführen?
In diesen Fragen bekam ich das eigene Voranschreiten auf den Wegen des Lebens vor Augen geführt.
Eine neue Situation in der Herkunftsfamilie, die ihre eigenen Wege des Umgangs fordert – Wege, die noch nicht beschritten sind und Neuland für alle darstellen.

Schließlich dann aufwühlende Tage im Kollegium, eine Situation, die Gefühlswellen unterschiedlicher Art hochpeitschte.
Mein Wunsch, diesen Wellen angemessen-kollegial zu begegnen und doch selber auch meine Fassungslosigkeit und Enttäuschung wahrzunehmen und meinen Gefühlen Ausdruck geben zu können.

Diese Wellen überrollten mich nicht, aber sie nahmen mich mit, unweigerlich und in ihrer eigenen Dynamik.
Ich nahm meine so verschiedenen intensiven Gefühle deutlich wahr, kommunizierte sie, ließ sie zu und wusste, es werden bald schon ausgeglichenere Zeiten kommen.

Die Welle ebbte ab, beruhigte sich zu einem angenehmen Plätschern.
Zurück blieb dieser Gefühlskater, der mich auf der Schulter sitzend begleitete.
Er machte mich dumpf und müde, gefühlsmüde. Ermattet schaute ich mir selbst beim Durchschreiten des Tages zu, wusste aber: Morgen wird es besser, die hohen Wellen sind einem schönen, überschaubaren Wellengang gewichen.

Vorerst zumindest.

Weitere Gefühlswellen werden kommen, manchmal schier endlos aneinandergereiht.
Weitere Gefühlskater werden kommen und mich die Welt für eine kurze Zeit wie durch Watte betrachten lassen.

Das ist gut so, denn ein Leben ohne Gefühle wäre kein Leben.

 

 

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