mein Nein

Auf Twitter wurde ich es los und konnte es damit ein wenig loslassen.
Es bewegt mich jedoch noch, wie sehr mich dieses Nein-Sagen und die damit verbundenen Gefühle mitgenommen und fast den ganzen Tag begleitet haben.

Mein Nein ist sehr berechtigt und mehrfach begründet.
Aber es zieht Konsequenzen nach sich.
Konsequenzen, für die ich nicht verantwortlich bin.
Hätte man mich früher gefragt, hätte man es anders kommuniziert, hätte man es direkt kommuniziert und nicht dritte fragen lassen… ich hätte wohl Ja gesagt. Weil es eine gute und wichtige Sache ist.
Konsequenzen, für die ich nicht verantwortlich bin.
Sagt der Kopf.
„Wenn du nicht mitmachst, ist die Sache weniger rund.“, sagt das Herz.
„Das könntest du ja wohl tun – für die Kinder.“, sagt das liebe kleine Charlottchen.

Dieses harmoniebedürftige, brave, immer funktionierende, zu allem leicht zu überredende innere Kind brachte mich dazu, mein Nein in aller Ausführlichkeit zu begründen und ein schlechtes Gewissen zu haben.

Ein schlechtes Gewissen habe ich auch, weil jetzt jemand gefragt wird, die nicht Nein sagen kann und es machen wird, obwohl sie schon am Limit läuft.

Das hat mich in eine Anspannung gebracht, die sich an falscher Stelle entlud und mich einschränkte in meinem Tagesablauf.
Aus der Anspannung wurde Wut. Wut auf mich, die sich rechtfertigt, Wut auf die schon länger anstrengende Art der Kommunikation und Aufgabenverteilung.
Aus der Wut wurde wieder nur Anspannung.
Aus der Anspannung wurde Kopfschütteln.
Aus dem Kopfschütteln wurde Lächeln.

Lächeln, weil ich Nein gesagt habe.
Lächeln, weil ich meine Gründe für das Nein genannt und es durchgezogen habe.
Lächeln, weil ich mal nicht jedem gefallen wollte, sondern das Risiko eingehe, dass andere enttäuscht sind von mir.
Lächeln, weil ich auf mich geachtet und mein Gleichgewicht geschützt habe.

Kleine Schritte gehen. Nacheinander.
Irgendwann kann ich berechtigt Nein sagen und nicht angespannt sein.
Ich vertraue mir, dass ich den Weg weiter gehe.

 

 

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